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Lärmsorgen

Amphibienteich

Betörendes Quaken aus Nachbars Tümpel

Die vordergründig einfachste Lösung, dem unter Liebeskummer leidenden Frosch ein Weibchen zu bringen, damit er Ruhe gibt, nützt nichts, weil Frösche polygam sind ...
 

 

Die Ruhe täuscht. Eine Amphibie ist ein Lebewesen, das an Land und im Wasser leben kann. Die Amphibie kann auch sehr leise sein und sehr laut. Noch viel lauter allerdings kann ein grösseres Rudel sein.


Situation

Während der Fortpflanzungssaison, die von April bis Juni dauert, quaken Frösche bei warmem Wetter tags und nachts. Da sich die Männchen gegenseitig stimulieren, wird das Gequake intensiver und ausdauernder, je mehr Frösche vorhanden sind.

Amphibien, zu deren Klasse die Frösche gehören, gelten als Wildtiere und stehen unter Schutz. Sie dürfen nicht gefangen, getötet oder verletzt und ihre Lebensräume weder beschädigt noch zerstört werden. Dies gilt auch für künstlich angelegte Lebensräume wie Gartenteiche. Bei diesen werden aber Ausnahmen erlaubt. So ist es bei kantonalen Naturschutzfachstellen möglich, eine Bewilligung zum Fang und zur Umsiedlung von Fröschen zu beantragen. Da aber Amphibien in der Regel wieder zu ihren angestammten Laichgewässern zurückfinden, bringt eine Umsiedlung oftmals nur für kurze Zeit Ruhe, wenn der Garten nicht zusätzlich eingezäunt wird.
Mehr Erfolg versprechen folgende Massnahmen:

  • Werden Schwimmpflanzen im Teich entfernt, so verliert dieser an Attraktivität für Frösche.
  • Dasselbe gilt für einen kleinen Springbrunnen, der die Wasseroberfläche in Bewegung hält.
  • Die wohl radikalste Massnahme wäre, den Teich zuzuschütten. Dies kann aber nur nach einer Absprache mit der kantonalen Naturschutzfachstelle durchgeführt werden.

Zuständigkeit

Für diese Kategorie von Alltagslärm ohne Grenzwerte ist die betreffende Gemeindeverwaltung zuständig, in grösseren Gemeinden und Städten in der Regel deren Baubehörde (Lärm von Bauten und Anlagen) oder Sicherheitsbehörde und Polizei (Lärm von menschlichen Tätigkeiten).

Liste Gemeinden Schweiz
(Wikipedia; Link zur Gemeindeverwaltung in Servicespalte [rechts] auf Detailseite Gemeinde)

Die meisten Gemeinden halten die Spielregeln zum Lärm im Rahmen einer Gemeinde- oder Polizeiverordnung fest.

Beispiel Polizeiverordnung (Auszug Lärmschutz)


Rechtsprechung

Bundes- und Verwaltungsgerichtsentscheide zur Lärmproblematik von Tieren

In der Rubrik «Lärmlinks» ist eine Sammlung mit Bundes- und Verwaltungsgerichtsentscheiden zu verschiedenen Lärmarten zu finden. Die Liste wird laufend aktualisiert.

Rechtsprechung Alltagslärm: Tiere


Gerichtspraxis

Quakende Frösche und Lärmbelästigung durch Amphibien

Aus juristischer Sicht ist das Vorgehen gegenüber lärmenden Amphibien im Teich des Nachbarn unklar. Die allermeisten bisherigen Urteile befassten sich mit Spezialfällen, die nicht verallgemeinert werden können. Die Tendenz ist aber dahingehend, dass Gartenteichbesitzer nicht verpflichtet werden können, Frösche aus ihrem Weiher zu entfernen. Vorausgesetzt wird dabei, dass die Frösche ohne Zutun eingewandert sind. Wurden die Tiere ausgesetzt, so kann der Gartenteich als "Anlage" interpretiert werden. Damit sind die Tierhaltenden für die Tiere verantwortlich und können entsprechend zur Rechenschaft gezogen werden.

Die Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz hat ein Merkblatt über "lärmende" Froscharten, die juristische Ausgangslage und über allfällige Massnahmen bei Nachbarschaftskonflikten erarbeitet.

Quakende Frösche


Vollzugshilfen

Vollzugshilfe «Ermittlung und Beurteilung von Alltagslärm»

Die Vollzugshilfe des Bundesamtes für Umwelt (BafU) unterstützt die kantonalen und kommunalen Behörden bei der Suche nach einer Lösung für Lärmkonflikte. In Form von Fallbeispielen wird auch diese Lärmquelle abgehandelt.

Betroffenen kann die Vollzugshilfe Anhaltspunkte geben, wie von Seiten der Behörden versucht wird, den oftmals verzwickten Situationen beizukommen.

BAFU: Ermittlung und Beurteilung von Alltagslärm


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