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Lärmsorgen

Tiere

Tiere machen Geräusche, Menschen hören Lärm

Tiere sind Lebewesen und erzeugen meist als Kommunkationsmittel Geräusche. Tierlaute sind instinktiv und werden ebenso instinktiv eingesetzt. Dabei fehlt dem Tier das Verständnis dafür, wann der Mensch einen solchen Tierlaut als angebracht oder störend empfindet. Trotzdem ist es nicht reine Willkür ob und wann ein Tier Lärm verursacht. Haustiere können durch den Tierhalter in ihrem Verhalten trainiert oder zumindest gelenkt werden. Nutztiere verursachen zum Teil gerade wegen den Konventionen des Menschen erheblichen Lärm (Beispiel: Kuhglocke). Auch wenn also der eigentliche "Lärm" vom Tier ausgeht, liegt es in der Verantwortung des Menschen dafür eine Lösung zu finden.
 

Der laute Kikeri-Schrei des Hahnes dient zur akustischen Markierung des Reviers, wenn er damit doch bloss bis nach dem Sonnenaufgang warten könnte.

"Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter - oder bleibt wie es ist."

Diese bekannte Bauernregel drückt ein verstecktes Misstrauen gegenüber allen Mutmassungen und Vorhersagen des Wetterverlaufs aus.


Situation

Das Tierschutzrecht

Das schweizerische Tierschutzrecht hat den Schutz der Würde und des Wohlergehens der Tiere zum Zweck. Bei der Beurteilung von naturgegebenen Tiergeräuschen darf man Tiere nicht auf diese zeitweise lästigen Lärmimmissionen reduzieren. Sehr plastisch wird dieser Grundsatz am Beispiel der operativen Entfernung der Stimmorgane eines Hundes. Dieser Eingriff würde zwar das Hundebellen verunmöglichen und somit zu mehr Ruhe führen, ist jedoch nach Tierschutzverordnung ausdrücklich verboten. Tierschutz- und Lärmschutzrecht müssen sich jedoch nicht entgegenstehen. Vielmehr kann es sogar sein, dass artgerecht gehaltene Tiere viel weniger Lärm verursachen als falsch gehaltene (z.B. das Bellen eines vernachlässigten Hundes, das "Miauen" hungriger Katzen, das Gackern unruhiger Hühner). Die Anordnung von Lärmschutzmassnahmen (z.B. die Einstallung während der Ruhezeiten) sollte insofern in vielen Fällen tiergerecht möglich sein. Ist dies nicht möglich, muss man sich zwangsläfig die Frage stellen, ob die jeweilige Tierhaltung in der entsprechenden Nutzungszone überhaupt tiergerecht möglich ist.

Mehr Informationen zur richtigen Haltung von Heim- und Nutztieren auf der Homepage des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV .


Zuständigkeit

Für diese Kategorie von Alltagslärm ohne Grenzwerte ist die betreffende Gemeindeverwaltung zuständig, in grösseren Gemeinden und Städten in der Regel deren Baubehörde (Lärm von Bauten und Anlagen) oder Sicherheitsbehörde und Polizei (Lärm von menschlichen Tätigkeiten).

Liste Gemeinden Schweiz
(Wikipedia; Link zur Gemeindeverwaltung in Servicespalte [rechts] auf Detailseite Gemeinde)

Die meisten Gemeinden halten die Spielregeln zum Lärm im Rahmen einer Gemeinde- oder Polizeiverordnung fest.

Beispiel Polizeiverordnung (Auszug Lärmschutz)


Rechtsprechung

Bundes- und Verwaltungsgerichtsentscheide zur Lärmproblematik von Tieren

In der Rubrik «Lärmlinks» ist eine Sammlung mit Bundes- und Verwaltungsgerichtsentscheiden zu verschiedenen Lärmarten zu finden. Die Liste wird laufend aktualisiert.

Rechtsprechung Alltagslärm: Tiere


Vollzugshilfen

Vollzugshilfe «Ermittlung und Beurteilung von Alltagslärm»

Die Vollzugshilfe des Bundesamtes für Umwelt (BafU) unterstützt die kantonalen und kommunalen Behörden bei der Suche nach einer Lösung für Lärmkonflikte. In Form von Fallbeispielen wird auch diese Lärmquelle abgehandelt.

Betroffenen kann die Vollzugshilfe Anhaltspunkte geben, wie von Seiten der Behörden versucht wird, den oftmals verzwickten Situationen beizukommen.

BAFU: Ermittlung und Beurteilung von Alltagslärm


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