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Lärmsorgen

Flugzeug

Lärm aus luftiger Höhe

Verglichen mit Strassen- und Verkehrslärm ist der Flugzeuglärm weniger allgegenwärtig. Er konzentriert sich hauptsächlich auf die Umbegung von Flughäfen und Flugplätzen. In deiesen Gebieten ist die Belastung dafür umso grösser.

Hält die international festgelegten Lärmgrenzwerte ein: Ein Airbus A380 beim Start am Flughafen Zürich. Im Hintergrund die Gemeinde Rümlang.
Quelle: pixabay.com, b1-foto

Die Fluglärmbelastung hat seit der stetigen Zunahme an Flugbewegungen seit den 1970er Jahren stark zugenommen. Dies führt zu reglemässigen Konflikten zwischen den Betreibern und Anrainern von Flughäfen. Deshalb will die zu den Vereinten Nationen gehörende Agentur ICAO (Inernational Civil Aviation Organisation) die Anzahl der weltweit vom Fluglärm betroffenen Passagiere reduzieren. Ein Hauptansatz ist dabei die Lärmreduktion an der Quelle, was bedeutet, die von den Flugzeugen selbst ausgehnenden Lärmemissionen zu minimieren.

Situation

Was sind die Ursachen von Flugzeuglärm?

Der Löwenanteil des durch Flugzeuge verursachten Lärms ist den Triebwerken und dem Luftstrom zuzuschreiben. Die Triebwerke saugen Luft aus der Umgebung an, beschleunigen sie mit Hilfe von Treibstoff (Kerosin) und stossen sie mit markant höherer Geschwindigkeit nach hinten wieder aus. Dies führt zur Beschleunigung des Flugzeugs, aber auch zu Lärm. Der Luftstrom erzeugt vor allem am Flugzeugrumpf und an den Tragflächen Schall.

An drei Punkten wird gemessen

Die maximal zulässigen Grenzwerte der Lärmession von Flugzeugen sind in der "Verordnung über die Emission von Luftfahrzeugen (VEL)" des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) geregelt. Diese verweisen auf ein weltweit standardisiertes Messverfahren und einheitliche Grenzwerte, welche im Übereinkommen über die Internationale Zivilluftfahrt (Chicago-Übereinkommen) festgelegt sind. Diese Vorgaben werden von der ICAO massgeblich mitbestimmt und aktualisiert. Für im schweizerischen Luftfahrzeugregister eingetragene Luftfahrzeuge gelten einige wenige in der VEL festgehaltene, vom Chicago-Übereinkommen abweichende Ausnahmen.
Die Lärmemission von Flugzeugen wird an drei Messpunkten erfasst: Der "lateral noise measurement point" befindet sich auf Höhe der Startbahn und beschreibt den Lärm beim Startvorgang. Hier beschleunigt das Flugzeug mit maximalem Schub und hebt am Ende der Startbahn ab. Gemessen wird während voller Beschleunigung in einem seitlichen Abstand von 450 Metern auf einer zur Mitte der Startpiste parallelen Linie, dort ist Lärmpegel am grössten.
Der "flyover noise measurement point" misst die Lautstärke beim Überflug. Hierbei startet das Flugzeug, erreicht eine vorgegebene Höhe und nimmt dann Schub weg. Der Messpunkt befindet sich 6500 Meter nach dem Wegrollpunkt des Flugzeugs, direkt unterhalb des Überflugpunkts.
Zuletzt wird der Anfluglärmpegel am "approach noise measurement point" gemessen. Der Messpunkt liegt 2000 Meter vor dem Beginn der Landepiste. Das Flugzeug muss sich am Messpunkt in einer Höhe von 120 Metern befinden, was einem Anflugwinkel von drei Grad entspricht, wenn angenommen wird, dass es 300 Meter nach Beginn der Landepiste aufsetzt.

Grenzwerte der Lärmemissionen von Flugzeugen

Für die Ermittlung der tatsächlichen Grenzwerte werden die Flugzeuge in Kategorien eingeteilt. Massgebend dabei sind Antriebstyp (Strahl-, Propellertriebwerke), Anzahl der Triebwerke, gesamt zulässiges Startgewicht und Zulassungsdatum.
Für ab 2006 zugelassene modernere Strahltriebwerkflugzeuge beträgt die maximal zulässige Lärmemission beim Start 103 dB. Am Überflugpunkt sind für ein Startgewicht von 385'000 kg oder mehr 101 dB (Maschinen mit zwei Triebwerken oder weniger), 104 dB (drei Triebwerke) bezwiehungsweise 106 dB zulässig (vier Triebwerken oder mehr). Der moderne Airbus A380-800, das momentan grösste serienproduzierte Passagierflugzeug der Welt, erzeugt in der Startphase ca. 95 dB. Erlaubt wären deren 103. Eine ausführliche Dokumentation finden Sie im Anhang 16 des Chicago-Abkommens.

Wie werden Flugzeuge leiser?

Die ICAO erlässt fortlaufend strengere, dem technischen Fortschritt entsprechende verbindliche Richtlinien. Um die Fluggesellschaften zum Einsatz geräuschärmerer Modelle zu bewegen, hat sie die Schalldruckpegel aller gängigen Flugzeugmodelle in der Datenbank "NoisedB" zur Verfügung gestellt. Eine Verringerung der Lärmemission an der Quelle, beim einzelnen Flugzeug selbst also, kann vor allem durch technische Veränderungen erreicht werden. Prominente Beispiele sind etwa der Wechsel von Einstrom- zu Mantelstromtriebwerken bei Strahlflugzeugen oder das Verändern der Blattgeometrie bei Propellerflugzeugen oder Helikoptern. Zudem können spezielle Gebühren oder sogar Startverbote für besonders laute Flugzeuge ein Mittel sein, Fluggesellschaften und damit indirekt die Flugzeug- und Turbinenhersteller dazu zu drängen, leisere Maschinen zu entwickeln und einzusetzen.


Zuständigkeit

Für diese Kategorie von Lärm mit Grenzwerten ist die jeweilige kantonale Fachstelle und in grossen Städten die entsprechende städtische Amtsstelle zuständig.

Lärmschutzfachstellen


Rechtsprechung

Gesetzliche Grundlagen
Bundes- und Verwaltungsgerichtsentscheide

In der Rubrik «Lärmlinks» ist eine Sammlung mit Bundes- und Verwaltungsgerichtsentscheiden zu verschiedenen Lärmarten zu finden. Die Liste wird laufend aktualisiert.

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