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Lärmsorgen

Flugschau

Lärmende Luftakrobatik

Die geflogenen Figuren eines motorisierten Akrobatikflugzeuges faszinieren Jung und Alt. Nur sind sie leider auch weit herum unüberhörbar - was nicht immer auf offene Ohren stösst. Wie der Lärm von anderen Freizeitbeschäftigungen sollte er jedoch auf ein bisschen Toleranz zählen dürfen.
 

Die Patrouille Suisse ist die Kunstflugstaffel der Schweizer Luftwaffe.

Eine Flugschau ist eine Freiluftveranstaltung, bei der Piloten ihre Fluggeräte alleine oder im Formationsflug vorführen. Gemäss der Verordnung über die Verkehrsregeln für Luftfahrzeuge (VVR) darf von einem Luftfahrzeug nur so viel Lärm verursacht werden, wie es bei rücksichtsvollem Verhalten und sachgemässer Bedienung unvermeidbar ist. Die meisten Akrobatik-Flugzeuge verfügen über eine ordentliche Lärmzulassung, ansonsten würden sie sehr einschränkenden Auflagen unterliegen.


Situation

Luftrechtliche Vorschriften

Kunstflüge dürfen nicht in der Nacht und nicht über dicht besiedelten Zonen von Ortschaften stattfinden. Als dicht besiedeltes Gebiet gilt ein Bereich von mindestens zehn nahe beieinander stehenden Häusern im Abstand von 100 Meter. Zudem müssen Akrobatikflugzeuge eine Mindestflughöhe von 500 Meter (Segelflugzeuge 300 Meter) über Grund einhalten.

Pauschal-Bewilligung

Werden die generellen Regelungen des schweizerischen Luftrechts eingehalten und besitzt der Pilot einen entsprechenden Pilotenausweis, dürfen Kunstflüge ohne besondere Bewilligung betreffend Ort, Zeit und Dauer durchgeführt werden. Solche Akrobatikflüge sind grundsätzlich auch an Sonn- und Feiertagen und über die Mittagszeit erlaubt. Falls nicht gegen luftrechtliche Vorschriften verstossen wird, können solche Flüge, auch wenn sie mit Lärm verbunden sind, nicht ohne weiteres verboten oder eingeschränkt werden.

Einer für alle

Ob die Schallemissionen eines Kunstfliegers als störend empfunden werden, ist subjektiv. Messungen zeigen, dass ein Akrobatikflugzeug über der Minimalflughöhe von 500 Metern leiser als jedes Mofa ist. Der Lärm des Fliegers landet allerdings in den Ohren ganzer Bevölkerungsteile und kann durchaus als lästig empfunden werden. Wie beim Lärm von anderen Freizeitbeschäftigungen ist Toleranz gefragt.

Auch die geliebten Kleinen sind nicht immer kleinlaut

Analoges gilt für den Lärm von Modellflugzeugen. Die zuständige Behörde muss die Sachlage aufgrund der speziellen Situation (anhand der üblichen Parameter) beurteilen.


Zuständigkeit

Für diese Kategorie von Alltagslärm ohne Grenzwerte ist die betreffende Gemeindeverwaltung zuständig, in grösseren Gemeinden und Städten in der Regel deren Baubehörde (Lärm von Bauten und Anlagen) oder Sicherheitsbehörde und Polizei (Lärm von menschlichen Tätigkeiten).

Liste Gemeinden Schweiz
(Wikipedia; Link zur Gemeindeverwaltung in Servicespalte [rechts] auf Detailseite Gemeinde)

Die meisten Gemeinden halten die Spielregeln zum Lärm im Rahmen einer Gemeinde- oder Polizeiverordnung fest.

Beispiel Polizeiverordnung (Auszug Lärmschutz)


Rechtsprechung

Bundes- und Verwaltungsgerichtsentscheide zur Lärmproblematik von Modellflugplätzen

Es gibt keine Urteile, bei denen Lärmbelästigungsklagen wegen Kunstflug geschützt wurden.

 

In der Rubrik «Recht & Gesetz» ist eine Sammlung mit Bundes- und Verwaltungsgerichtsentscheiden zu verschiedenen Lärmarten zu finden. Die Liste wird laufend aktualisiert.

Rechtsprechung Alltagslärm: Modellflugplatz


Vollzugsordner des Cercle Bruit Schweiz

Die Vereinigung der kantonalen Lärmschutzfachleute (Cercle Bruit) stellt Vollzugshilfen und weitere Unterlagen zu lärmspezifischen Themen zur Verfügung. Die Dokumente stammen von Bund, Kantonen, Fachstellen und Verbänden.

Vollzugsordner: 8.10 Motorbetriebene Modelle


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