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Lärmsorgen

Katzenschreck

Lärm anstelle von Katzen

Mit Katzen- bzw. Marderschreckgeräten sollen Tiere mittels hochfrequentem Schall vom eigenen Grundstück ferngehalten werden. Der schädliche Nebeneffekt solcher Geräte geht dabei oftmals vergessen.

 

 

Haustiere haben genauso wie Marder ein deutlich besseres Gehör als der Mensch. Während für den Menschen in jungen Jahren Frequenzen bis 20 kHz hörbar sind, können Katzen Frequenzen bis zu 64 kHz wahrnehmen. Diesen eigentlichen Nachteil des menschlichen Gehörs wird vom Katzenschreck ausgenutzt. Die Geräte senden gezielt Schall im hochfrequenten Bereich aus, um damit die Tiere fernzuhalten.

Situation

Katzenschreckgeräte senden hochfrequente Töne aus, um damit Tiere von einem bestimmten Gebiet fernzuhalten. Grundsätzlich sollten dadurch nur die Tiere und nicht die Menschen gestört werden. Solang die Geräte Frequenzen im Ultraschallbereich (> 20 kHz) absenden, ist dies auch der Fall. Problematisch ist jedoch, dass eine Vielzahl von Katzenschreckgeräten den Frequenzbereich auf bis zu 8 kHz absenken lassen. Dadurch werden die äusserst unangenehmen Geräusche vor allem für Personen unter 30 Jahren wahrnehmbar. In diesem hörbaren Frequenzbereich können Schallpegel von über 100 dB entstehen und damit Schädigungen des Gehörs verursachen.

Grenzwerte und Beurteilung

Die Lärmschutzverordnung findet Anwendung beim Hörschall, nicht aber beim Ultraschall (per Definition ≥ 20 kHz). Zuvor wurde aufgezeigt, dass die meisten Konflikte im Frequenzbereich unter 20 kHz entstehen und daher in den Anwendungsbereich der LSV fallen.

Bei Katzenschreckanlagen handelt es sich gemäss LSV um Alltagslärm ohne gesetzliche Grenzwerte. Daher hat die zuständige Behörde aufgrund eigener Erfahrung zu beurteilen, ob eine unzumutbare Störung vorliegt. Dabei sind der Charakter des Lärms, Zeitpunkt und Häufigkeit seines Auftretens sowie die Lärmempfindlichkeit bzw. Lärmvorbelastung der Zone, in der die Immissionen auftreten, zu berücksichtigen. Das Umweltschutzgesetz ordnet zum Zweck der Vorsorge an, dass Einwirkungen, die schädlich oder lästig werden können, frühzeitig zu begrenzen sind (Art. 1 Abs. 2 USG)

Massnahmen

Zur Vorbeugung von Konflikten sollte der Radius des Katzenschreckgeräts so gewählt werden, dass lediglich das eigene Grundstück von der Beschallung betroffen ist. Bei der Gerätewahl sollte darauf geachtet werden, dass die Frequenz exakt eingestellt werden kann. Diese sollte anschliessend bei Inbetriebnahme auf über 20 KHz gesetzt werden.


Zuständigkeit

Für diese Kategorie von Alltagslärm ohne Grenzwerte ist die betreffende Gemeindeverwaltung zuständig, in grösseren Gemeinden und Städten in der Regel deren Baubehörde (Lärm von Bauten und Anlagen) oder Sicherheitsbehörde und Polizei (Lärm von menschlichen Tätigkeiten).

Liste Gemeinden Schweiz
(Wikipedia; Link zur Gemeindeverwaltung in Servicespalte [rechts] auf Detailseite Gemeinde)

Die meisten Gemeinden halten die Spielregeln zum Lärm im Rahmen einer Gemeinde- oder Polizeiverordnung fest.

Beispiel Polizeiverordnung (Auszug Lärmschutz)  


Rechtsprechung

Bundes- und Verwaltungsgerichtsentscheide zu Lärm von Katzenschreckanlagen

In der Rubrik «Recht & Gesetz» ist eine Sammlung mit Bundes- und Verwaltungsgerichtsentscheiden zu verschiedenen Lärmarten zu finden. Die Liste wird laufend aktualisiert.

Rechtsprechung Tierschreckanlagen


Vollzugsordner des Cercle Bruit Schweiz

Die Vereinigung der kantonalen Lärmschutzfachleute (Cercle Bruit) stellt Vollzugshilfen und weitere Unterlagen zu lärmspezifischen Themen zur Verfügung. Die Dokumente stammen von Bund, Kantonen, Fachstellen und Verbänden.

Vollzugsordner: 8.17 Tierschreckanlagen


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