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Lärm & Ruhe

Lärm in der Raumplanung

Eine Aufgabe der Raumplanung ist es, den Menschen das Wohnen in lebenswerten Siedlungen zu ermöglichen. Die Ruhe ist für die meisten Menschen ein wichtiges Kriterium für die Wahl des Wohnstandortes und steht für Lebensqualität. Der Lärmschutz soll also in der Raumplanung beginnen.


Steuerung der Siedlungsentwicklung

Die Mobilität der Schweizer Bevölkerung steigt und es werden heutzutage grosse Distanzen, häufig mit dem eigenen Auto, zurückgelegt. Dies verursacht Lärm. Eine gute Entwicklung der Siedlung führt also zu kürzeren Wegen. Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, ist die Verdichtung. Dies führt dazu, dass sich mehr potentielle Kunden in der Nähe befinden und sich dadurch ein Quartierladen wieder lohnt. Der weite Weg zum Einkaufszentrum am Siedlungsrand ist nicht mehr nötig. Wichtig ist, dass eine solche Verdichtung, neue Siedlungen und verkehrsintensive Einrichtungen dort entstehen, wo die Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr gut ist. Ist dies nicht der Fall, wird das Auto genutzt, was deutlich mehr Lärm verursacht.

Die richtige Nutzung am richtigen Ort

Bei der Nutzungsplanung sollen bestehende und zukünftige Lärmquellen berücksichtigt werden. Nicht alle Nutzungen sind gleich empfindlich auf Lärm. Bewohner eines Wohngebäudes haben beispielsweise höhere Ansprüche an die Lärmbelastung als Arbeiter in einem Gewerbebetrieb, die selber Lärm verursachen. Dies kann berücksichtigt werden, indem Wohnzonen nicht direkt an den Lärmquellen geplant werden und weniger empfindliche Zonen wie Gewerbe- oder Mischzonen dazwischen liegen. Mit dem Zonenplan und der Bau- und Zonenordnung haben die Gemeinden ein Instrument, die Bau- und Nutzungsweisen parzellenscharf festzulegen. Dazu gehört auch die Zuordnung der Lärmempfindlichkeitsstufen (ES). Diese sind abhängig von der Art der Nutzung und zeichnen sich mit unterschiedlichen Belastungsgrenzwerten aus.

Verkehrsplanung

Der motorisierte Verkehr soll so gelenkt werden, dass sein Lärm weniger stört. Um das zu erreichen soll der Verkehr möglichst direkt von den Quartieren hinaus auf die Hauptstrassen geführt werden. Entlang dieser stark befahrenen Strassen sollen möglichst wenig lärmempfindliche Nutzungen vorhanden sein. Dies macht auch dahingehend Sinn, dass der Mehrverkehr auf Hauptstrassen weniger stark ins Gewicht fällt als auf den Nebenstrasssen mit geringerer Verkehrsbelastung.

Massnahmen die den öffentlichen Verkehr und den Fuss- und Veloverkehr fördern sind aus der Sicht des Lärmschutzes zu fördern. Beispielsweise soll eine Verdichtung im Einzugsgebiet von ÖV-Haltestellen geschehen. Noch leiser ist die Fortbewegung mit dem Velo. Um dies zu fördern ist sicher eine gut ausgebaute Infrastruktur notwendig. In der Vergangeheit ist dem Velo nicht immmer genügend Aufmerksakeit geschenkt worden. Mit einer Verschmälerung der Fahrbahn für Motorfahrzeuge steht den Radfahrern und den Fussgängern mehr Platz zur Verfügung. Zusätzlich senkt sich die Fahrgeschwindigkeit, was den Lärm reduziert. Zonen mit Tempo 30 sind dem entsprechend auch eine gute Möglicheit den Lärm zu reduzieren und machen zusätzlich das Fahrradfahren angenehmer.


Konflikte Raumplanung und Lärmschutz

Durch die Zielsetzungen der Raumplanung können aber auch einige Konflikte mit dem Lärmschutz entstehen. So soll in zentraler Lage möglichst nahe beim Bahnhof verdichtet werden. Dies sind häufig Orte, an denen es bereits lärmig ist. Bei einer Überschreitung der Lärmgrenzwerte können so die Interessen der Raumplanung zur Schaffung von Wohnraum an zentraler Lage den Interessen des Lärmschutzes gegenüberstehen. Zusätzlich können durch eine Verdichtung lokal die Lärmemissionen aufgrund der höheren Anzahl Personen, die sich dort aufhalten, erhöht werden. Wie eine Studie des Kantons Zürich jedoch zeigt, ist die Akzeptanz der Bevölker von höheren Dichten stark abhängig davon, wie sich die Lärmbelastung entwickelt.